Debussy Claude: LA PLUS QUE LENTE (WALZER)
Zoltán Kocsis war nicht nur einer der besten Pianisten seiner Generation, der leider allzu früh verstorben ist (1952-2016). Vielen ist kaum bekannt, dass Kocsis auch ein überaus kompetenter Komponist (und Dirigent) war. Von dieser Qualität zeugt nicht zuletzt die vorliegende Bearbeitung von Claude Debussys Klavierstück „La plus que lente“ für Cello und Klavier, die bei der Editio Musica Budapest erschienen ist. In der Fassung kommen die Kompetenzen Kocsis’ als hervorragender Debussy-Interpret und Tonsetzer wunderbar zusammen.
Entstanden ist das Stück im Jahre 1910 – also unmittelbar nach Debussys ersten Band seiner epochalen „Préludes“. Überschrieben hat Debussy seinen langsamen Walzer mit „molto rubato con morbidezza“. Der Klavierkenner Christoph Rueger hat die besondere Klangsprache dieser „intimen Apotheose“ treffend beschrieben: „Es gibt in der Klavierliteratur kein besseres Beispiel für erotische Trägheit, die an Baudelaires lässig auf einem Flügel ausgestreckte schwarze Katze erinnert.“ Damit ist die changierende Stimmung dieses wundervollen Fin-de-siècle-Stücks gut umrissen. Auch wenn das Werk mit „noch mehr als langsam“ überschrieben ist, dürfen die spieltechnischen Herausforderungen dieses Walzers keineswegs unterschätzt werden.
Die hier gegebene Ausgabe besticht u. a. deshalb, weil hier kompositionstechnische und klangliche Nuancen hervortreten, die in der Fassung für Klavier solo nur schwer zu entdecken sind.
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