Haydn Joseph: TRIO 32 A-DUR HOB 15:18

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  • Besetzung: Violine Violoncello Klavier (VL VC KLAV)
  • Verlag: Verlag Doblinger
  • Artikelnummer: DM 482
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Haydn Joseph: TRIO 32 A-DUR HOB 15:18
Auch auf dem Gebiet des Klaviertrios hat Joseph Haydn (1732–1809) maßgebliche Pionierarbeit geleistet. Blickt man auf die Entwicklungsgeschichte des Genres, so wird deutlich, wie gerade die späteren Gattungsbeiträge Haydns ein vorläufiges Niveau definierten, an dem sich viele Komponisten orientieren sollten. Dies betrifft vor allem das Verhältnis der drei Instrumente hinsichtlich ihrer Aufwertung zu einem (nahezu) gleichberechtigten Verbund musizierender Akteure. Zwar dominiert das Klavier nach wie vor den musikalischen Verlauf, doch die Funktionen der Violine und besonders des Cellos werden vom späten Haydn deutlich erweitert.
Hiervon zeugen in exemplarischer Weise die 1794/95 während der zweiten England-Reise Haydns entstandenen Klaviertrios, die in Londoner Verlagen erschienen und von hier aus in ganz Europa Verbreitung fanden. Auch das vorliegende A-Dur-Trio, Hob. XV:18, zählt zu diesen Werken der Serie. Die Widmungsträgerin des im November 1794 veröffentlichten Trios ist die Fürstin Maria Anna von Esterházy, Witwe des zu Jahresbeginn verstorbenen Dienstherren von Haydn, Fürst Paul Anton.
Auffällig ist, dass Haydn mit den Werken explizit auf die instrumentaltechnischen Neuerungen im Bereich des Hammerflügelbaus reagierte, was sich in einer insgesamt reichhaltigeren Klanggestaltung des Klaviers niederschlägt. Deutlich zu erkennen sind Haydns Ambitionen, die extremeren Lagen sowie das Akkord- und Arpeggienspiel auszureizen, wodurch sich im Vergleich zu den früher entstandenen Trios ein neuartiges Klangkolorit ergibt. Mit den klangfarblichen Steigerungen und spieltechnischen Effekten ging auch eine Aufladung der Werke mit neuen Gehalten einher, wie etwa im Finalsatz, der mit seinem polonaisenartigen Rhythmus Orientierungen an ungarischen Tanzformen (quasi „alla zingarese“) erkennen lässt. Die Musikforschung wiederum wollte in dem langsamen Satz (a-Moll) Anleihen aus dem Klavier-Rondo KV 511 von W. A. Mozart herausdeuten. Diese Interpretation gründet aber wohl in erster Linie auf dem Wunsch der Nachwelt, dass hier zwei Giganten der Musikgeschichte in ein kommunikatives Verhältnis über Musik treten, was in philologischer und analytischer Hinsicht aber eher unwahrscheinlich ist.

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