Debussy Claude: La plus que lente
Das Klavierstück „La plus que lente“ schrieb Claude Debussy im Jahre 1910, also unmittelbar nach dem ersten Band seiner epochalen „Préludes“. Überschrieben hat Debussy seinen langsamen Walzer mit „molto rubato con morbidezza“. Der Klavierkenner Christoph Rueger hat die besondere Klangsprache dieser „intimen Apotheose“ treffend beschrieben: „Es gibt in der Klavierliteratur kein besseres Beispiel für erotische Trägheit, die an Baudelaires lässig auf einem Flügel ausgestreckte schwarze Katze erinnert.“ Damit ist die changierende Stimmung dieses wundervollen Fin-de-siècle-Stücks gut umrissen. Auch wenn das Werk mit „noch mehr als langsam“ überschrieben ist, dürfen die spieltechnischen Herausforderungen dieses Walzers keineswegs unterschätzt werden.
Dies trifft auch auf die vorliegende Bearbeitung für Violine und Klavier zu, die bei dem französischen Verlag Durand erschienen ist. Debussys Musik im Allgemeinen und besonders „La plus que lente“ haben Komponisten verschiedenster Couleur zu einer ebenso bunten Vielzahl an Arrangements animiert. Zwar ist die Klangsprache Debussys so charakteristisch, dass selbst bei schlechteren Übertragungen der Kern der Kompositionen selten irritiert wird. Doch handelt es sich bei dieser Fassung um eine wirklich gelungene, weil authentisch klingende Adaption, die der Hörerschaft einen wunderbaren Eindruck von der singulären Klangsprache Debussys vermittelt.
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