Die beiden Streichquartette op. 77 in G-Dur und F-Dur Hob. 3/81-82 entstanden 1799 und bilden die letzte Werkgruppe in Joseph Haydns kompositorischer Auseinandersetzung mit dieser Gattung. Das wahrscheinlich im Jahr 1802 begonnene ‚Streichquartett (d-Moll) op. 103 Hob. 83‘ ist unvollendet geblieben.
Ursprünglich plante Haydn auch für sein Op. 77 eine Serie von 6 Werken mit Widmung an den Fürsten Joseph Franz Maximilian Lobkowitz, einen der bedeutendsten Wiener Musikmäzene dieser Zeit, realisiert hat der Komponist aber nur die besagten 2 Werke in G-Dur und F-Dur, die dann 1802 in den Druck gingen.
Das QUARTETT F-DUR OP 77/2 HOB 3/82 erweist sich als eine Streichermusik höchster musikalischer Kunst, all die kompositorische Reife und Originalität seines Schöpfers auf bemerkenswerte Art und Weise widerspiegelnd.
Es gibt 4 Sätze: I. Allegro moderato – II. Menuet: Presto-Trio (Des-Dur) – III. Andante (D-Dur) – IV. Finale: Vivace assai.
Der langsame Satz, der diesmal an 3. Stelle steht ist ein überaus kunstvoll ausgearbeiteter Variationssatz und „besteht aus drei Variationen mit offenen Ausgängen und unterschiedlich gestalteten und modulierenden Zwischenspielen, die jede Wiederkehr des variierten Themas wie in einem Rondo vorbereiten und zu einem Ereignis machen“ (G. Feder).
Der Menuett-Satz verweist genau wie derjenige des „Schwesternwerkes“ in G-Dur auf das „Beethovensche Scherzo“, wirkt in seiner sonatensatzähnlichen Ausgestaltung und den darin ausgespielten rhythmisch belebenden Akzenten aber nicht ganz so extrem wie in Op. 77/1.
Die beiden Ecksätze sind breit angelegte Sonatensätze mit jeweils 3 Themen, die auf jeweils großartige, höchst originelle und fast nicht zu überbietende Art und Weise Verarbeitung finden.
Die ganze Anlage des F-Dur-Quartetts wirkt souverän abgeklärt, manch experimentelle Neigungen in früheren Werken finden sich hier nicht mehr. Ludwig Finscher spricht in diesem Zusammenhang von einer „deutlichen Beruhigung und ‚Normalisierung‘ des Tonfalls und der Formen“.
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