Joseph Haydns SINFONIE 46 H-DUR HOB 1:46 entstand im Jahr 1772 und stellt das einzige sinfonische Werk des Komponisten in dieser außergewöhnlichen Tonart dar.
Aufgrund verschiedener Gegebenheiten, die Nr. 46 mit der im selben Jahr entstandenen H-Moll-Sinfonie (Nr. 45, „Abschied“) gemeinsam hat, lässt sie als „Schwesternwerk“ zu dieser erscheinen. Da wäre beispielsweise die Tonart „H“ oder aber die besondere Struktur der jeweiligen Finalsätze.
Die H-Dur-Sinfonie hat 4 Sätze wie folgt: Vivace – Poco Adagio (h-Moll) – Menuet: Allegretto – Finale: Presto e scherzando.
Als äußerst bemerkenswert in Bezug auf den Satzverlauf hier erscheint insbesondere die Verschränkung des Menuett-Satzes mit dem Finale in der Weise, dass Haydn in Form einer Coda Teile des Menuetts kurz vor Ende des Schlusssatzes zitiert, die dann, unterbrochen von Pausen, in Wechsel mit dem Hauptthema des Satzes treten, welches dann aber seinerseits immer wieder stockt: „…und die einzelnen Abschnitte scheinen jeweils gleichsam ratlos auf der Stelle zu treten – Haydns hintergründig-geistreicher Humor!“ (Reclams Konzertführer).
Die Korrespondenz der Sätze 3 und 4 zueinander und der damit erzeugte satzübergreifende Zusammenhang bildet ein bedeutsames Gegengewicht zum Kopfsatz, der seinerseits mit dem festzustellenden „Prozesscharakter“ (Marggraf, Wolfgang) in seiner Anlage und dem daraus resultierenden „organischen Ganzen“ eine ganz neue Qualität im Haydnschen streng konstruktiven Kompositionsprozess hervorbringt.
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