Die SINFONIE 22 ES-DUR HOB 1/22 (DER PHILOSOPH) von Joseph Haydn (1732-1809) entstand im Jahr 1764 und zählt genau wie die vorausgegangene ‚Sinfonie 21 in A-Dur Hob. 1/21‘ zum sogenannten „Sonata-da-chiesa-Typ“ (Wolfgang Marggraf), ist formal-inhaltlich also – wie bei mehreren frühen Haydn-Sinfonien zu beobachten – am Prinzip der „spätbarocken Kirchensonate“ orientiert: „Tatsächlich findet sich in der zeitgenössischen Instrumentalmusik kein anderes zyklisches Formmodell, an dem sich die zweimalige Abfolge eines Paares von im Tempo stark gegeneinander kontrastierenden Sätzen sonst hätte orientieren können. Allerdings beschränkt sich die Analogie zwischen der älteren Form und diesen Sinfonien Haydns auf das erste Satzpaar, auf den das Werk eröffnenden langsamen und den ihm folgenden raschen Satz.“ (W. Marggraf).
Der gegebene Beiname ‚Der Philosoph‘ indes stammt nicht vom Komponisten, sondern wurde dieser Sinfonie im Nachhinein hinzugefügt. Es wird angenommen, dass dieser Beiname sich auf den eröffnenden langsamen Satz ‚Adagio‘, eine „von ernstem, feierlichen Ausdruck“ geprägte Musik, die von einem choralartigen Hauptthema geprägt ist. Auch bezogen auf die Instrumentation weicht Haydn hier ab, denn anstatt von 2 Oboen setzt er 2 Englisch Hörner ein.
Die einzelnen, alle in der Tonart Es-Dur stehenden Sätze lauten: Adagio – Presto – Menuetto – Finale: Presto.
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