Der Beethoven-Schüler Carl Czerny (1791-1857) schreibt in seiner Abhandlung 'Über den richtigen Vortrag der sämtlichen Beethoven'schen Klavierwerke' über den 1. Satz der hier vorliegenden SONATE 32 C-MOLL OP 111: "Dieser erste Satz der letzten Sonate Beethovens gehört zu seinen grossartigsten und muss mit aller Kraft, Bravour, und leidenschaftlicher Aufregung vorgetragen werden, welche der tragische Charakter, so wie die Schwierigkeit der Passagen erfordert."
Beginnend mit einem einleitenden 'Maestoso', welches in dramatischer Spannkraft eines rhythmisch äußerst akzentuierten, akkordisch geprägten Satzes mit verschiedenen tonartlichen Wendungen strukturiert ist, folgt das 'Allegro con brio ed appassionato', welches seinerseits ein in polyphoner Satztechnik sich fortspinnendes packendes Thema entfaltet.
Czerny bemerkt zum darauffolgenden 2. Satz, der 'Arietta - Adagio molto semplice e cantabile': "Das schöne, rührend einfache Thema sehr singbar und legatissimo. Die Variationen mit immer zunehmender Steigerung. Die letztern derselben sind äusserst schwierig, und es gehört alle Hingebung des Spielers dazu, um ihrer vollkommen mächtig zu werden."
Das, was Czerny innerhalb dieses groß angelegten Variationen-Satzes als "mit immer zunehmender Steigerung" beschreibt, bezieht sich im Kern auf die allmähliche Verkleinerung der Notenwerte bis hin zu ausgedehnten Trillerfiguren innerhalb der variierenden rhythmischen Ausgestaltung des Themas, und das bei nahezu gleichbleibendem Tempo (Beethovens Anweisung hier: 'L'istesso tempo' = 'das Tempo wie vorher').
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