Johannes Brahms‘ 2 RHAPSODIEN OP 79 zählen heute zum Schlüsselrepertoire für Pianisten.
Entstanden sind sie 1879, gewidmet „Frau Elisabeth von Herzogenberg“.
Es handelt sich hierbei um Klavierwerke von klarer formaler Struktur, stehen also gewissermaßen zu dem ihnen gegebenen Titel, der „improvisatorischen Charakter“ und damit im Zusammenhang eher formungebundenes freies „Umherschweifen“ impliziert, im Widerspruch.
Vergegenwärtigt man sich zudem das Entstehungsjahr der beiden Rhapsodien und bedenkt hier, dass beispielsweise bereits 1878 mit den ‚8 Klavierstücken op. 76‘, beziehungsweise später, 1892, mit den ‚7 Fantasien op. 116‘ Werke entstanden, die als ‚Capriccio‘ oder ‚Intermezzo‘ immer nach bestimmten formalen Kriterien komponiert sind (geschlossener mehrteiliger Aufbau, sich einander abwechselnde kontrastierende Abschnitte usw.), so lässt sich durchaus nachvollziehen, dass der Titel ‚Rhapsodie‘ wahrscheinlich aus der Not geboren wurde.
Brahms selbst haderte, nannte Opus 79/1 zunächst ‚Capriccio‘, Opus 79/2 ganz ohne Titel, entschloss sich dann aber letztlich auf dringendes Anraten seines Verlegers hin zum endgültigem Titel.
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