Der vorliegende Band PRELUDES 2 für Klavier von Claude Debussy (1862-1918) enthält dessen in den Jahren 1910/13 entstandenen 12 Stücke, die damit die Sammlung der insgesamt ‚24 Préludes‘ komplettieren.
Das „Deuxième Livre“ erweckt den Eindruck, als sei die klangästhetische Ausgestaltung der Stücke hier wesentlich ausdifferenzierter und fortschrittlicher als im vorausgegangenen „Premier Livre“. Alleine schon die Notationsweise auf drei Liniensystemen, die ausnahmslos bei allen Nummern Anwendung findet, erscheint als klares Indiz hierfür.
Die kompositorische Ausformulierung des musikalischen Materials geschieht nicht mehr auf Grundlage einer dur-moll-funktionalen Harmonik, vielmehr folgt dessen Organisation mithilfe neuer Ordnungsprinzipien, deren Ursprünge beispielsweise in der Pentatonik, der Ganztonleiter, Klang-Mixturen (Akkorderweiterungen, Parallelverschiebungen von Akkorden, Parallelführungen in Sekund-, Quart-, Quint- oder Septimintervallen), kirchentonaler Wendungen und dergleichen zu suchen sind.
Somit kann man im Zusammenhang mit den ‚Préludes‘ für Klavier von Claude Debussy berechtigter Weise von einer klangästhetisch zukunftsweisenden Musik sprechen.
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