Die beiden Hefte PRELUDES 1 und Preludes 2 von Claude Debussy erschienen 1910 und 1913. Als klaviermusikgeschichtlicher Meilenstein reihen sich diese Stücke ihrer außerordentlichen Bedeutung nach ein in die Riege gleichnamiger Werkzyklen wie beispielsweise den beiden Bänden des „Wohltemperierten Klaviers“ mit ihren jeweils 24 Präludien und Fugen durch alle Dur- und Molltonarten (1722 und ca. 1740) von Johann Sebastian Bach, oder aber den nach „Quintenzirkelordnung“ konzipierten „24 Préludes“ (1836-39) von Frédéric Chopin.
Debussys ‚Préludes‘ sind „Markstein“ und „Wendepunkt“ zugleich, bei denen der „Absolutheitsanspruch“ des Musikalischen im Vordergrund steht, und die gegebenen Titel (die jeweils am Ende der Stücke in Klammern notiert sind) lediglich Anregung oder Hilfe in Bezug auf eine inhaltliche Auseinandersetzung darstellen.
Kompositionstechnisch gelangt Debussy hier an einen richtungsweisenden Höhepunkt bezogen auf die Verwendung klanglicher Mittel: Ganztonleiter (Ganztonfelder), Pentatonik, Klang-Mixturen, Parallelführungen in Sekund-, Quart-, Quint- oder Septimintervallen u.a. . Dadurch wird eine klare dur-moll-tonale Ordnung mehr und mehr verschleiert, rücken andere „Ordnungsprinzipien“ ins Zentrum des Kompositionsprozesses.
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