Mit der Nr. 10 LA CATHEDRALE ENGLOUTIE (PRELUDES 1) schafft Claude Debussy eine beeindruckende Klangstudie von imposanter Ausgestaltung, deren Umfang an ausgenutzten Registern mehr als 6 Oktaven beträgt (,,H – g‘‘‘‘), und deren dynamische Gestaltung in Form einer klaren „Spannungskurve“ vom geheimnisvollsten „pianissimo“ über eine gewaltige Steigerung bis zum imposanten „fortissimo“ und wieder zurück zum Ausgangspunkt führt, damit den dreiteiligen Aufbau des Stückes grundlegend mitbestimmt. „Glockenartige“ Akkorde bzw. Akkordtürme erheben sich langsam, werden grandios gesteigert, und verklingen schließlich wieder.
Die außermusikalische Anregung dafür kommt übrigens von einer alten bretonischen Legende, die von der im Meer versunkenen Stadt Ys erzählt – die ‚Kathedrale‘ stellt dabei eine Art Mahnmal dar, das sich bei Sonnenaufgang aus dem morgendlichen Nebel erhebt.
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