Die im Jahr 1827 entstandenen 4 IMPROMPTUS OP 90 D 899 für Klavier von Franz Schubert (1797-1828) markieren ihrer formalen Ausgestaltung und ihres musikalischen Gehaltes nach einen entwicklungsbezogenen Gipfelpunkt frühromantischer Klangsprache: Der Definition nach bedeutet 'Impromptu' 'Fantasie oder Stegreifkomposition', Schuberts Stücke nähren ihre musikalische Substanz aus einem einzigen melodischen Gedanken, der fortan quasi 'monothematisch' variiert, fortentwickelt, in unterschiedlichen Farben und Facetten beleuchtet wird. Melodik und Harmonik stehen dabei in sehr enger Wechselwirkung zueinander, bildet das Melodische jenes pulsierende Zentrum einer "romantisch inspirierten" lyrisch-poetischen Aussage, so kommt dem Harmonischen in erster Linie die Rolle des facettenreich farbgebenden Elementes zu.
Robert Schumann sah zudem in den '4 Impromptus op. 90' eine zyklische Geschlossenheit wie bei einer 'Fantasiesonate': "Doch glaub' ich kaum, daß Schubert diese Sätze wirklich 'Impromptus' überschrieben; der erste ist so offenbar der erste Satz einer Sonate, so vollkommen ausgeführt und abgeschlossen, daß gar kein Zweifel aufkommen kann. Das zweite Impromptu halte ich für den zweiten Satz derselben Sonate...man könnte vielleicht das vierte Impromptu als Finale betrachten..." (Neue Zeitschrift für Musik, 1838 -- hier zitiert aus dem 'Musikführer Franz Schubert [W. Dürr, A. Feil]).
Die Abfolge des Zyklus lautet wie folgt: I. Impromptu c-moll (Allegro molto moderato) -- II. Impromptu Es-Dur (Allegro) -- III. Impromptu Ges-Dur (Andante) -- IV. Impromptu As-Dur (Allegretto).
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