Nach neuerer Quellenlage ist belegt, dass Debussy bei der Wahl des musikalischen Materials der 6 EPIGRAPHES ANTIQUES für Klavier zu zwei Händen (1915, auch für Klavier zu vier Händen) auf eine um 1900 entstandene Bühnenmusik zurückgreift, die er im Auftrag des Schriftstellers Pierre Louys (1870-1925) zu dessen Übersetzung einer größeren Anzahl der aus dem Griechischen stammenden „Chansons de Bilitis“ (12 Stücke) komponierte.
Für die Klavierfassung wählte er dann 6 Nummern (Nr. 1, Nr. 7, Nr. 4, Nr. 10, Nr. 8, Nr. 12) aus, und arbeitete sie entsprechend um. Ergebnis davon ist eine bekenntnishaft wirkende Klaviermusik, die aufs vortrefflichste den Spätstil des Komponisten repräsentiert – klanglich äußerst transparent, geradezu „entschlankt“ und von beinahe meditativer Atmosphäre, oder wie Walter Georgii es einst zu formulieren wusste: „alles noch vielmehr in Duft und Farbe aufgelöst“ (aus: Georgii, W. – Klaviermusik).
Vorliegend hier die Peters-Ausgabe von Hans Swarsenski.
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