In die Riege der absoluten Meisterwerke sind Ludwig van Beethovens 32 VARIATIONEN C-MOLL WOO 80 über ein eigenes Thema einzugliedern. Entstanden im Jahr 1806 bilden sie gemeinsam mit den nur wenige Jahre früher entstandenen ‚Sechs Variationen F-Dur op. 34‘ (1802) und den ‚Fünfzehn Variationen und Fuge Es-Dur op. 35 („Eroica-Variationen“, 1802) zudem sehr bedeutende und gewichtige Klavierkompositionen Beethovens dieser Zeit.
Bemerkenswert an den C-Moll-Variationen ist der Rückgriff auf barocke Vorbilder im Thema (Baßmodell und dessen Harmonisierung in Form eines „passus duriusculus“, der als Konstruktionsprinzip in der „Chaconne“ zu finden ist), und die darauf aufbauende, sehr vielschichtig und kunstvoll vorgenommene Ausarbeitung des thematischen Materials zu einer ausgedehnten Variationsreihe. In diesem Zusammenhang spielt wesentlich „das Moment der figurativen und alternierenden Bewegungssteigerung“ (Arnold Werner-Jensen) eine Rolle, das dann Variationen zu kleineren Gruppen verknüpft, aber auch eine durchdachte Tonartencharakteristik: Die Variationen XII – XVI stehen allesamt in C-Dur („Maggiore“), bilden alleine dadurch schon eine zu den übrigen Variationen kontrastierende Gruppe, die darüber hinaus aber von einer eigenen in Dynamik, Rhythmus und Artikulation sich äußernden inneren Spannungskurve lebt.
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