Aus Reihen des ‚Carus-Verlags‘ in der Ausgabe von Günter Graulich liegt hier die Chorpartitur zu Johannes Brahms‘ „O Heiland, reiß die Himmel auf“ aus 2 MOTETTEN OP 74/2 vor. Vollendet 1877/78 und gewidmet Philipp Spitta handelt es sich hierbei um eine Choralmotette, die gegenüber dem Werk op. 74/1 „Warum ist das Licht gegeben“ immer noch ein Schattendasein führt.
Das auf dem Kirchenlied von Friedrich Spee von Langenfeld (1591-1635) beruhende Op. 74/2 gliedert die 5 zugrundeliegenden Strophen und das beschließende Amen in drei größere Formteile, die gleichzeitig ihrer polyphonen Strukturierung zufolge eine Steigerung und Verdichtung mit sich bringen: I. Tempo giusto (f dorisch, 3/2-Takt) mit den Zeilen „O Heiland, reiß die Himmel auf“ (1.), „O Gott, ein‘ Tau vom Himmel gieß“ (2.) und „O Erd, schlag aus“ (3.) – II. Adagio (f dorisch, alla-breve-Takt) mit „Hier leiden wir die größte Not“ – III. Allegro (f dorisch, 4/4-Takt) mit „Da wollen wir all danken dir“ und „Amen“.
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