Bruckner Anton: CHRISTUS FACTUS EST
Nicht selten wurde die Chormusik Anton Bruckners (1824–1896) als eine Art Vorbereitung auf den späteren Symphoniker gedeutet. Diese Einstellung wird aber den Eigenwerten der Stücke kaum gerecht. Die meisten Chorwerke entstanden in Bruckners Zeit als Domorganist in Linz. Später in Wien (ab 1868) stand zwar die Symphonik im Vordergrund des Schaffens, doch komponierte Bruckner auch hier bedeutende Chormusik, wie etwa die vier Gradualien, zu denen auch „Christus factus est pro nobis“ zählt. Das anlässlich des Gründonnerstag 1884 fertiggestellte Stück zeichnet in seinen drei Abschnitten eine nach düsterem Moll-Beginn an Zuversicht gewinnende Dramaturgie nach, die aus einer finalen Sequenzsteigerung der Lobpreisung Jesu gewonnen wird.
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