Mendelssohn Bartholdy Felix: JAUCHZET DEM HERRN ALLE WELT

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Inhalt
(3 Motetten Op 69/2)

Mendelssohn Bartholdy Felix: JAUCHZET DEM HERRN ALLE WELT
Im Schaffen Felix Mendelssohn Bartholdys nimmt die geistliche Chormusik einen sowohl quantitativ wie qualitativ überaus wichtigen Stellenwert ein. Mit Blick auf den von Mendelssohn mehrmals vertonten 100. Psalm, welcher die textliche Grundlage der vorliegenden Motette bildet, muss als zentraler gattungsgeschichtlicher wie kompositionstechnischer Einfluss – neben der altitalienischen Vokalmusik – vor allem J. S. Bach genannt werden. Bach bildete für Mendelssohn zeitlebens einen Fixstern sowohl im Zuge seiner früh vollendeten Ausbildung zum Komponisten als auch als später immer wieder aufgesuchter Orientierungspunkt für die Konzeption neuer Vokalwerke, gerade im Bereich des motettischen A-capella-Stils.
Hierzu zählt auch „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“, das zweite Stück aus den drei im Sterbejahr Mendelssohns entstandenen Motetten op. 69. Mendelssohn schrieb die Werke ursprünglich als liturgische Gebrauchsmusik für die Church of England, also in der Funktion – wie der Komponist einmal in anderem Zusammenhang formulierte – eines „integrierende[n] Teil[s] des Gottesdienstes“. Entsprechend endet die vierstimmige Motette mit einer syllabisch ausgesetzten Doxologie, die finalwirksam mit der Vortragsbezeichnung Maestoso versehen ist. Das Stück weist zusammen mit dem doxologischen Schlussteil einen insgesamt fünfteiligen Aufbau auf. Das eröffnende Allegro moderato in strahlendem A-Dur wird nach einem hierzu homophon kontrastierenden Einsatz im zweiten Abschnitt („Er ist Gott, unser Herr“) mit chromatischen Anreicherungen in die tieferen Stimmlagen geführt. Der dritte Formteil („Oh geht zu seinen Thronen ein“, Moderato) leitet die Szenerie nicht zuletzt mittels erstmals größerer Intervallsprünge zurück in klangliche Höhen, ohne jedoch dadurch an (anfänglicher) Zuversicht zurückzugewinnen – der Abschnitt endet im piano mit einem leeren A-Klang, weil ohne Quintton. Erst anlässlich der Worte „Denn der Herr ist freundlich“ kehrt der Satz wieder zurück zum A-Dur des Ausgangs (4. Teil, Andante con moto). Die Eintrübungen des Mittelteils vermag dieser letzte Abschnitt vor der Doxologie aber nicht wirklich hinter sich lassen. Damit bietet Mendelssohn weniger eine ungetrübte Klangausdeutung des 100. Psalms als vielmehr einen reflexiv-intimen Lobgesang auf den im Text geforderten Einzug in das Heiligtum des Glaubens.

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