Tomkins Thomas: 15 DANCES
Von Thomas Tomkins (1572–1656) sind annähernd 80 Werke für Tasteninstrumente überliefert, darunter Stücke für Orgel, Virginal und Cembalo. Fünf dieser Kompositionen finden sich im Fitzwilliam Virginal Book. Sein Schaffen erstreckt sich über sämtliche zeitgenössischen Gattungen, darunter liturgische Musik, Cantus-firmus-Bearbeitungen, Fantasien, Grounds, Pavanen, Galliarden sowie Liedvariationen und kleine, spielerische Stücke wie die sogenannten Toys.
Als „letzter der Virginalisten“ gilt Tomkins vor allem deshalb, weil viele seiner berühmten Kollegen – darunter Byrd, Bull, Gibbons und Philips – bereits in den 1620er Jahren verstarben. Eine stilistische Einordnung sollte diesen Umstand berücksichtigen, denn ihm pauschal Anachronismus vorzuwerfen, wäre überzogen. Besonders wenn man bedenkt, dass in England unter Charles I weiterhin eine Vorliebe für polyphone Kompositionen herrschte – etwa in der Gambenmusik.
Im Gegensatz zu solchen Kritiken zeichnet sich Tomkins weltliche Tastenmusik oft durch einen brillanten, lebhaften und elegant fließenden Charakter aus. Sein kompositorischer Stil für Tasteninstrumente ist virtuos und weiträumig angelegt. Gleichzeitig ist seine kontrapunktische Gestaltung etwas freier und weniger streng als bei manchen seiner Zeitgenossen.
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