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Der Ball läuft rund auf dem Podium

Die "heavytones" vermitteln 45 Workshopteilnehmern, was es mit gutem Zusammenspiel auf sich hat

Gemeinsam seid ihr stark: Die "heavytones", Studioband des erfolgreichen Fernsehformats "TV-Total", haben in einem Workshop vermittelt, wie Musik in Ensembles funktioniert.

Detmold. "Mir bluten die Hände", gesteht Wolfgang Dahlheimer an den Tasten mit einem gequälten Lächeln. Auch der Rest der "Schwertöner" wirkt während der öffentlichen Bandprobe in den von der Musikhochschule zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten ein wenig angeschlagen. Wenig verwunderlich, es liegen zweieinhalb intensive Tage hinter den Musikern. Und eine lange Nacht in der Innenstadt Detmolds, wo die Workshop-Teilnehmer bis in die Morgenstunden musiziert haben. Ohne Noten, ohne Regeln, ohne Schranken. Zurückgelehnt beobachtet, doch nicht angeleitet von den acht Profis.

Die nächtliche Session im "Cafe Cup" war kein offizieller Teil des Programms, in dem die 45 teilnehmenden Instrumentalisten geschult wurden. Eher ein ungezügelter Ausdruck der Freude am gemeinschaftlichen Musizieren, die in den vielen Stunden zuvor entwickelt worden war. Viel Input, der einfach mal "raus" musste.

Die Überschrift des Workshops lautete "gutes Zusammenspiel", die Konzeption erinnert stark an ein Trainingslager einer Fußballmannschaft: Auch hier gibt der erfahrene Trainer Hinweise, die jeden Einzelnen in seinem Spiel verbessern. Doch die Mannschaft hat eben nur dann wirklich Erfolg, wenn der Ball möglichst unabhängig von den jeweiligen Qualitäten des Einzelnen "rund" läuft in den eigenen Reihen. Nur, wenn alle aufeinander hören, auch einmal für andere eine Lücke schließen, sich abstimmen, ist ein gutes Ergebnis wahrscheinlich.

Gleiches gelte für ein musikalisches Ensemble, vermittelten die "heavytones". Vier "Teams" hatten sie gebildet aus den Teilnehmern, deren jeweilige Fähigkeiten weit auseinandergingen. Anfänger, junge Talente und auch Profis, im Vorfeld bewusst bunt gemischt von Organisator Wolfgang Meyer-Johanning, dessen "Haus der Musik" mit Unterstützung der Firma "Yamaha" als Veranstalter fungierte. Unzählige Interessenten, von Hamburg über Trier bis nach München, hatten sich beworben, am Ende war auch eine junge Band der Johannes-Brahms-Musikschule aus Detmold unter den Teilnehmern. Deren Schlagzeuger Roy William Bryson hebt hervor, dass die Impulse von sämtlichen Mitgliedern der "heavytones" kamen: "Es ist etwas anderes, wenn ein Gitarrist mir sagt, wie ich mein Spiel verbessern kann, weil der eine völlig andere Herangehensweise an die Musik hat, als jemand aus der Rhythmusfraktion." Er lobt die Nahbarkeit der berühmten Dozenten. Und er hat zu seiner eigenen Überraschung festgestellt: "Die heavytones machen vieles einfacher - und am Ende klingt es trotzdem viel besser."

In den Abschlusskonzerten wiesen die Ensembles die Lernerfolge nach. Die Klänge waren harmonisch aufeinander abgestimmt, die Soli passten sich gut ein - der Ball lief rund.

VON ANDREAS BECKSCHÄFER, Foto: Beckschäfer