Pressestimmen

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Gitarren sind der Renner

Instrumentenhändler: Die Lipper machen wieder mehr Musik

(Lippische Landeszeitung 04/2011, Text: B. Luetgebrune / Foto: Preuss)

Die Deutschen haben im Jahr 2010 mehr Musikinstrumente gekauft. Ein Umsatz-Plus von 7,1 Prozent meldet die Branche. Wie sieht das in Lippe aus? Die LZ fragte bei hiesigen Händlern nach.

Detmold. Die Zahlen sind anlässlich der Frankfurter Musikmesse, der größten Ausstellung für Händler und Hersteller von Musikinstrumenten, in diesem Monat veröffentlicht worden. Auch Wolfgang Meyer-Johanning, Inhaber des Detmolder Hauses der Musik, war auf der Messe. ÑBei uns zeigt sich der Markt stabil, durchaus auch mit einer leicht steigenden Tendenz, aber einen Boom spüren wir nichtì, sagt er.

Beim Blick auf die einzelnen Instrumentengruppen unterscheidet sich die Lage in Lippe deutlich von der bundesweiten Situation. Das überrascht Wolfgang Meyer-Johanning allerdings nicht. ÑWelche Instrumente gut verkauft werden, ist von Region zu Region generell sehr unterschiedlich.ì Den Anstieg von satten 34 Prozent bei den verkauften Akkordeons und Harmonikas, die die Musikhändler deutschlandweit vermelden, kann er aus seiner Sicht nicht nachvollziehen ñ den Rückgang bei Zupf- und Blasinstrumenten allerdings auch nicht.

Gerade diese beiden Instrumentengruppen laufen in Lippe gut. ÑWir verkaufen viele Holz- und Blechblasinstrumente. Da machen sich die Bläserklassen bemerkbar, die an vielen Schulen eingerichtet werdenì, sagt der Kaufmann. Und ganz besonders gut laufen die Gitarren, speziell Akustik-Gitarren. ÑDie Menschen machen wieder verstärkt selbst Musikì: Diesen Trend beobachtet Wolfgang Meyer-Johanning schon seit einer Weile, und zwar auch international. ÑVor ein paar Jahren hörte man nur Techno, sah im Fernsehen allenfalls Boygroups, aber keine einzige Gitarre. Das hat sich geändert. Inzwischen sieht man wieder viele ,echteë Bandsì, sagt Wolfgang Meyer-Johanning. Auch die Singer-Songwriter-Szene werde wieder stärker. Beide Entwicklungen schlagen sich in seinem Haus speziell im Verkauf von Gitarren und Schlagzeug nieder.

Ein verstärktes Interesse am Musizieren beobachtet auch Jens Harke. ÑIn den vergangenen drei Jahren haben wir beim Umsatz stetig zugelegtì, sagt der Geschäftsführer des Pianohauses Harke. ÑEs gibt eindeutig einen Trend, wieder mehr Musik zu machen, und zwar nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei älteren Menschen, die noch ein Instrument erlernen wollen.ì Unter der Wirtschaftskrise habe sein Unternehmen im übrigen nicht gelitten. ÑDas ist generell so: Wir spüren die Krisen nicht, erleben aber auch keinen Boomì, so Harke. Keine Zuwächse, aber auch keine Einbrüche: So stellt sich die Lage für Geigenbauer Matthias Weiken dar. ÑIch habe eine ganz gewachsene, feste Kundschaft, die sich durch solche Trends und Entwicklungen nicht beeindrucken lässtì, sagt der Detmolder.