Pressestimmen

Kundenfang im Netz

Kaufleute diskutieren Geschäftsideen für das Internet

(WESTFALEN-BLATT 05/2011, Text/Foto: Mike-Dennis Müller) .

Bielefeld (WB). Neue Vertriebswege im Internet nutzen und zugleich sein Geschäft vor Ort stärken ñ wie das funktionieren kann, haben 160 Teilnehmer beim 23. Handelsforum gestern in Bielefeld diskutiert.

Das Szene-CafÈ verrät per Kurznachrichten-Dienst Twitter ein Kennwort, für das es den Kaffee zum halben Preis gibt. Der hippe Friterie-Besitzer berichtet bei Facebook über neueste Kartoffel-Kreationen und gibt Saucen-Tipps ñ ªGefällt mir´, klicken viele seiner Online-Freunde und planen schon den nächsten Besuch in der Imbissbude.

Kundenbindung herzustellen, war selten so einfach wie heute im Internet. Davon sind die meisten Experten überzeugt. Bei vielen Diensten kostet das nicht einmal Gebühren, sondern nur Zeit. Doch diese zu investieren, scheuen noch immer viele Händler. ªSie trauen sich einfach nicht, den Schritt ins Internet zu wagen´, sagt Susanne

Eickelmann, Organisatorin des Wirtschaftsforums für Handel und Dienstleistung. Dabei sei das Netz nicht nur wichtig, um junge Kunden zu erreichen. ªAuch immer mehr ältere Menschen bestellen Produkte im Internet, oft aus Mobilitätsgründen.´

Schon früh hat Wolfgang Meyer- Johanning den Schritt ins Netz gewagt. Der 42-Jährige führt ein Musikaliengeschäft in Detmold und fing 1999 damit an, auf seiner Internetseite kostenlose Notenproben anzubieten. Innerhalb weniger Tage bekam er mehrere tausend Anfragen. ªDa habe ich gemerkt, welches Potential im Internet steckt´, erinnert er sich. Seine Angebote baute er stetig aus, holte sich bald Web-Designer Sven Schäfermeier mit ins Boot. ªGemeinsam haben wir 2005 unseren ersten großen Onlineshop gestartet.´ Neben Noten gibt es dort mittlerweile auch Instrumente. Doch das Einkaufen im Netz hat auch seine Grenzen: ªJe teurer die Produkte werden, desto lieber kommen die Kunden wieder ins Geschäft vor Ort.´

Dort geht es dann vor allem um ªMensch-Erlebnisse´. So nennt Ralf Strupat es, wenn Verkäufer es schaffen, eine persönliche Beziehung zu ihren Kunden aufzubauen. ªDann ist die Hemmschwelle, dem Händler fremdzugehen, viel größer. Wichtig ist dabei das rich- tige Personal, das diese Bindung auch aufrecht erhalten kann.´

Quelle: WESTFALEN-BLATT www.westfalen-blatt.de.